Zuschuss für BA

"INVEST - Zuschuss für Wagniskapital" heißt seit dem 22.4.2014 ein Förderprogramm des Bundeswitschaftsministeriums für Business Angels, das am 15.5.2013 als "Investitionszuschusses Wagniskapital" startete. Investoren in junge, innovative Unternehmen, die bestimmte Voraussetzungen erfüllen, erhalten vom Bund einen Zuschuss von 20 % ihres Investitionsbetrages. Ziel der Maßnahme, deren Vorbereitung von unserem Bundesverband intensiv begleitet wurde, ist es, mehr Investoren für junge innovative Unternehmen zu gewinnen und die Investitionskraft von Business Angels zugunsten der Start-ups zu erhöhen.

Ab dem 1.1.2017 gibt es verbesserte Förderkonditionen, mehr dazu unserem Info-Event am 20. Februar 2017 in Frankfurt und bei BAND. Hier eine Zusammenfassung (ohne Gewähr):

Erwerbszuschuss

  • Art: Nicht rückzahlbarer steuerfreier Zuschuss bei Erwerb der Unternehmensanteile.
  • Höhe:  20 Prozent der Kapitalbeteiligung bei Anteilserwerb. Die Beteiligungssumme muss mindestens 10.000 Euro betragen. Pro Jahr und Investor können Beteiligungen bis maximal 500.000 Euro  mit einem Erwerbszuschuss gefördert werden.
  • Grundlage: Ausgabepreis der Anteile, die der Investor an dem Unternehmen erwirbt, einschließlich eines gezahlten Agios (Aufschlag auf den Kaufpreis).


NEU: Exitzuschuss

  • Art: Pauschale Erstattung der Steuern auf Gewinne bei der Veräußerung der erworbenen Anteile (gilt nur für natürliche Personen).
  • Höhe: 25 Prozent des Gewinns aus Veräußerungen von INVEST-Anteilen. Der Veräußerungsgewinn muss mindestens 2.000 Euro betragen. Der Exitzuschuss ist auf maximal 80 Prozent des Investitionsbetrages der INVEST-Anteile begrenzt. Erwerbs- und Exitzuschuss dürfen zusammen den ursprünglichen Investitionsbetrag nicht überschreiten.
  • Grundlage: Differenz zwischen Veräußerungspreis und Ausgabepreis der Anteile.


Die wichtigsten Voraussetzungen für das investierte Unternehmen:

  • nicht älter als sieben Jahre
  • weniger als 50 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalente)
  • Jahresumsatz oder Jahresbilanzsumme von höchstens zehn Millionen Euro
  • Kapitalgesellschaft mit Hauptsitz im EWR und mindestens einer Zweigniederlassung in Deutschland, die im Handelsregister eingetragen ist, oder einer Betriebsstätte, die im Gewerberegister eingetragen ist
  • nachweislich innovativ: Das Unternehmen gehört gemäß Handelsregister einer als innovativ definierten Branche an, ist Inhaber eines Patentes oder hat in den zwei Jahren vor Antragstellung eine öffentliche Förderung für ein Forschungs- oder Innovationsprojekt in Anspruch genommen.
  • Die Innovativität kann auch durch ein gesondertes Kurzgutachten eines benannten unabhängigen Gutachters nachgewiesen werden (die Gutachter sind auf der Homepage des BAFA aufgeführt).
  • fortlaufend wirtschaftlich aktiv bzw. nimmt seine Geschäftstätigkeit spätestens ein Jahr nach Abschluss der Beteiligung auf.


Die wichtigsten Voraussetzungen für den Investor:

  • Beteiligungshöhe: mindestens 10.000 Euro. Ist die Einzahlung der Kapitalbeteiligung an bestimmte Meilensteine (z.B. Ziele bei Umsatz oder Gewinn) gebunden, so muss jede einzelne Zahlung des Investors mindestens 10.000 Euro betragen. Jeder Investor kann pro Jahr Zuschüsse für Beteiligungen in Höhe von bis zu 500.000 Euro statt bislang 250.000 Euro beantragen. Zusätzlich ist für Investoren, die sich einer Beteiligungsgesellschaft bedienen, die Summe der förderfähigen Beteiligungen auf maximal 1.000.000 Euro in drei Jahren begrenzt. Pro Unternehmen können Anteile im Wert von bis zu drei Millionen Euro  pro Jahr bezuschusst werden.
  • Erwerb von neu ausgegebenen Anteilen (kein Erwerb von bereits bestehenden Anteilen von einem anderen Gesellschafter)
  • Erwerb auf eigene Rechnung und vom eigenen Geld (keine Kreditfinanzierung der Anteile)
  • Dauer der Beteiligung: mindestens drei Jahre (sog. Mindesthaltedauer)
  • Investitionsentscheidung auf Basis eines vorgelegten Businessplans
  • Beteiligung an allen Chancen und Risiken des Unternehmens. Marktübliche Liquidationspräferenzen und Anti-Dilution-Regelungen sind zulässig.
  • Neu:  Anteile können auch über ein Wandeldarlehen erworben werden. In diesem Fall erfolgt die Auszahlung des Erwerbszuschusses (auf den gewandelten Betrag) erst nach der Wandelung.
  • Neu: Auch Anschlussinvestitionen sind förderfähig, sofern der Erwerb der bisher vom Investor gehaltenen Anteile bereits durch INVEST gefördert wurde.
  • Um den Exitzuschuss zu erhalten, muss der Investor eine natürliche Person sein, beim Erwerb der Anteile den Erwerbszuschuss erhalten haben, die dreijährige Mindesthaltedauer einhalten und darf die Anteile nicht länger als zehn Jahre halten. 


Die wichtigsten Verfahrensregeln:

  • Zuständig: Bundesanstalt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn
  • Onlineverfahren
  • Zweigleisigkeit:
    1 - Unternehmen beantragt Zuwendungsfähigkeit, der Bescheid hat 6 Monate Gültigkeit.
    2 - Investor beantragt Zuschuss und fügt Bescheid des Unternehmens bei.
  • Bitte beachten Sie: Der Antrag auf den Erwerbszuschuss muss vor Anteilserwerb beim BAFA gestellt werden. Anderenfalls kann keine Förderung erfolgen.
  • Bitte beachten Sie: Der Gesellschaftsvertrag, die Satzung oder der Beteiligungsvertrag zwischen Investor und Unternehmen bzw. der Wandeldarlehensvertrag dürfen erst geschlossen werden, wenn der Investor zuvor seinen Antrag auf den Erwerbszuschuss gestellt hat. Gleiches gilt für die Überweisung der Investitionssumme an das Unternehmen. Der Bewilligungsbescheid des BAFA muss dafür noch nicht vorliegen.
  • Auszahlung erst nach Nachweis der Investition, bei Meilensteinvereinbarung gemäß Meilensteininvestition, die aber jeweils mindestens 10.000 € betragen muss
  • Keine Rückforderung des Zuschusses innerhalb der Haltefrist, wenn das Geschäftsmodell gescheitert ist, z.B. bei Insolvenz.


Informationen zur Abwicklung:
  

  • Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) ist mit der Abwicklung der Fördermaßnahme beauftragt. Es hat eine eigene Seite mit Informationen und Antragsunterlagen eingerichtet.


Infos des Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND):